Der Fahrradhelm

So sitzt der Helm richtig, Foto und Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 26. 07. 2020, Nr. 30, S. 15
Artikel in Anlehnung an: „Der Kopf ist das, was uns ausmacht“,von Lucia Schmidt

Bei Studien mit verletzten Radfahrern konnte man feststellen, dass das Risiko für schwere Gehirnerschütterungen mit Helm um 30 % sinkt und die Gefahr von Hirnblutungen gerade bei einem frontalen Aufprall um 90 %.
Dabei muss man sich klar machen, dass hier nicht nur die Rede davon ist, Todesfälle zu verhindern, sondern eben Hirnverletzungen, die das Leben danach immens beeinflussen können.
Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, bei denen das Gehirn ja noch in der Reifung ist, können sie – auch nach einem eher harmlosen Sturz – tatsächlich schon mal ein paar Stunden oder Tage Ruhe brauchen. Bei ihnen werden Schäden zum Teil erst nach Monaten oder Jahren als Defizite erkennbar oder werden vielleicht sogar erst mit jedem Entwicklungsschritte auffälliger.
Dann bringt man die Störungen oft nicht mehr mit dem Unfall in Verbindung. Oft werden Aufmerksamkeits- und Konzentrationsprobleme und deren Folgen als Faulheit fehlinterpretiert. Also an Unfall denken, wenn nach den Sturz auf den Kopf Veränderung wahrgenommen werden.
Insbesondere Kinder und ältere Menschen stürzen häufiger; also unbedingt aufmerksam beobachten ob ein Kind z.B. seinem Lieblingsspiel plötzliche nicht mehr nachgeht, Essen plötzlich nachgewürzt wird, Kopfschmerzen geklagt werden oder Bewusstseinsstörungen auftreten. Blutungen oder Erbrechen sind hier absolute Alarmsignale.
Also in Fall eines Sturzes lieber einmal zuviel, als einmal zu wenig zum Arzt gehen!

Von solchen Spätfolgen sind insbesondere die leicht- und mittelschwer Verletzen betroffen. Denn genau da unterschätzt man die Folgen des Unfalls. Bei Schwerverletzten passiert das in der Regel nicht; da sind die Erwartungen andere.
Ein Problem dabei: Die Krankenkassen zahlen nur das, was nötig ist; während die Unfall- und Haftpflichtversicherer längst erkannt haben, dass es sinnvoller ist, das Mögliche zu finanzieren. Denn bei einem Wegeunfall ist das am Ende für die Kassen kostengünstiger.

Zum Glück sind schwere Verletzungen unter den Unfallopfern nur etwa 10 %.
Weitere 10 – 15 % sind mittelschwer betroffen, der Rest leicht.

Das Thema Hirnverletzung sollte jedoch sowohl im Allgemeinwissen der Bevölkerung, bei den Allgemeinärzten wie auch Neurologen und Orthopäden mehr vermittelt werden. Es muss darüber aufgeklärt werden, dass eine solche Verletzung mit einer akuten Behandlung oft nicht beseitigt ist.
Hirnschäden kommen immerhin sehr häufig vor, häufiger als Krebserkrankungen!

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