Gründliches Händewaschen: Lächerlich oder revolutionär?

Am  Von Eveline Renell In MedizinRatgeber

Bild zu Plakatserie "Wo waren deine Hände heute?"
Foto Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Im google-doodle vom 20. März wird der Arzt Ignaz Semmelweis gewürdigt. Er war ein Chirurg und Geburtshelfer in Wien um 1850. Ihm war aufgefallen, dass bei den Wöchnerinnen*1) der öffentlichen Krankenhäuser die Fallzahlen von Kindbettfieber in den Abteilungen, in denen Ärzte arbeiteten, um ein Vielfaches höher lagen als in den Abteilungen, wo Hebammenschülerinnen arbeiteten. *2)
Auf Grund genauer Beobachtung, einem Zufall und der Schlussfolgerung, dass es daran lag, dass Ärzte auch Leichen sezierten und oft mit ungewaschenen Händen zur Gebärenden gingen, veränderte er sein Verhalten und seine Anweisungen. Nicht nur mussten sich die ihm unterstellten Ärzte jedesmal nachdem sie eine Leiche seziert hatten, gründlich die Hände waschen. Nein, sie mussten sie auch mit Chlor desinfizieren. Dafür wurde er von seinen Kollegen gründlich ausgelacht, angefeindet und ihm bei seiner Karriere Steine in den Weg gelegt.

Erst einige Jahre später, nachdem in der von ihm geleiteten Abteilung die Sterbefälle drastisch zurück gingen, setzte sich die Tugend des Händewaschens in Ärztekreisen durch. Sie fand bald Eingang in die Kindererziehung mit der regelmäßigen Frage vor dem Essen: „Hast du dir auch die Hände gewaschen?“

In Zeiten mit erhöhtem Infektionsrisiko wie jetzt bei der Pandemie durch das Covit 19 Virus ist gründliches Händewaschen das A&O.
Normalerweise lernt man in der Hygiene, dass es immer v o r der Desinfektion steht.
Nicht zu vergessen: Auch im privaten Haushalt sollte man die Händehandtücher – und die Waschlappen aus der Küche – täglich in die Wäsche geben.


*1) So nannte man früher die Mütter direkt nach der Entbindung, weil sie eine Woche lang im „Wochenbett“ bleiben mussten
*2) Sterberate damals 5 – 15%, zum Teil bis 30 Prozent;
Säuglingssterblichkeit heute in Deutschland 3,3 Promille

Quelle: wikipedia

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