Welche Bier-Mythen sind wahr?

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„Auch Wasser ist ein edler Tropfen, mischt man es mit Malz und Hopfen“
Diesem Sprichwort folgen viele Deutsche, sie konsumieren Im Durchschnitt pro Kopf im Laufe des Jahres rund 100 Liter davon. Kein Wunder, wenn sich einige Mythen um das Getränk ranken. Seinen Ursprung hat der Spruch aus Zeiten, in denen das Trinkwasser oft aus verseuchten Brunnen kam. Der Kochvorgang in der Sudpfanne dauert 1-2 Stunden, danach ist das verwendete Wasser hygienisch unbedenklich.

Behauptung: „Bier auf Wein, das lass sein.“ Bewertung: falsch
Fakten: Der Kater am Morgen ist ähnlich intensiv, egal welche Sorte Alkohol man am Vorabend in größeren Mengen zu sich genommen hat.
Der Spruch symbolisierte im Mittelalter die sozialen Unterschiede. Bier galt als Getränk der einfachen Stände, während Wein der elitären Oberschicht vorbehalten war.

Behauptung: „Warmes Bier hilft gegen Erkältung.“ Bewertung: falsch
Fakten: Das warme Bier schafft tatsächlich ein angenehm wärmendes Gefühl. Zudem liefern Hopfen und Malz ätherische Öle und Bitterstoffe, die antibakteriell und beruhigend wirken. Das angenehme Gefühl ist jedoch trügerisch. Denn Alkohol schwächt das Immunsystem und entzieht dem Körper Wasser und Mineraltstoffe.
Kräuter- oder Früchtetee ist angesichts einer Erkältung die deutlich bessere Alternative.

Behauptung: „Alkohol wirkt bei Hitze stärker.“ Bewertung: korrekt
Fakten: Bei hohen Temperaturen eignet sich Bier nicht als Durstlöscher. Denn Alkohol wirkt dann deutlich schneller und intensiver. Da es die Gefäße erweitert, sinkt der Blutdruck, man fühlt sich schlapp. Die Kreislaufprobleme können bis zur Bewusstlosigkeit führen.

Behauptung: „Konterbier am Morgen hilft gegen Kater.“ Bewertung: nur kurzfristig
Fakten: Wer viel oder Hochprozentiges trinkt, bekommt oft am Morgen die Quittung – Kopfschmerzen und Übelkeit. Die Zufuhr von Flüssigkeit hilft zwar die Symptome zu bessern, doch der Alkoholspiegel wird wieder erhöht und der dicke Schädel hinausgezögert. Auch das Ausnüchtern dauert damit länger und der Entzug von Flüssigkeit und Elektrolyten (verschiedene Salze im Blut) geht weiter.
Besser sind Wasser und Salzstangen, die den Flüssigkeits- und Salzmangel ausgleichen – und zwar vor dem Zu-Bett-gehen!

Behauptung: “ Bier kann nicht schlecht werden.“ Bewertung: stimmt teilweise
Fakten: Auch nach Ablauf der Mindesthaltbarkeitsdauer kann Bier (aus geschlossenen Flaschen) bedenkenlos getrunken werden. Denn sowohl der Alkohol, die Kohlensäure und der Hopfen verhindern, dass sich schädliche Keime vermehren können. Der Genusswert sinkt mit der Lagerdauer. Je mehr Alkohol und Hopfen, desto länger trinkbar (ca. 1Jahr). Verlassen Sie sich auf Ihre Nase: Wenn das Bier beim Öffnen stark zischt oder unangenehm riecht, ist es verdorben.

Behauptung: “ Bier und Sport passen nicht zusammen.“ Bewertungteilweise richtig
Fakten: Nach dem Training ein Bier ist völlig in Ordnung – zumindest, solange es alkoholfrei ist. Denn die Biere sind reich an Kohlenhydraten und Kalium, Phosphor, Selen und Silizium, enthalten aber wenig Natrium. Sie ersetzen also, was beim Sport an Energie verbraucht und an Mineralstoffen ausgeschwitzt wurde. Auch der Gehalt an Vitaminen der B-Gruppe ist nicht zu verachten. 1/2 Liter Bier enthält 25% des Tagesbedarfs an Niacin, das der Muskelregeneration dient.
Bier mit Prozenten an Alkohol hingegen verstärkt die Verletzungsgefahr und vermindert die Schlafqualität.

Behauptung: „Alkoholfreies Bier enthält keinen Alkohol.“ Bewertungteilweise richtig
Fakten: Wie jedes andere Bier wird auch das alkoholfreie Bier nach dem Deutschen Reinheitsgebot gebraut: aus Wasser, Gerste, Hefe und Hopfen.
Ein winziger Rest Alkohol kann zur geschmacklichen Abrundung und je nach Brauverfahren auch im alkoholfreien Bier (0,02-0,5%) enthalten sein. Seit 2016 gibt es Bier mit 0,0% Alkohol. Das steht ausdrücklich auf dem Etikett. Denn definitionsgemäß gelten bis 0,5 % Alkohol im Getränk als „alkoholfrei“. Das gilt übrigens auch für Malzbier, das man früher gerne Kindern und Schwangeren gab. Alkoholkranke sollten gar kein Bier trinken.

Hygiene in früheren Zeiten

Quelle: Gießener Anzeiger, 3. 8. 2020, Welche Mythen sind wahr? von Jordan Raza,
mit Ergänzungen durch Eveline Renell

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