In meinem Bericht im Februar 2026 hatte ich über die 4 Wendepunkte im Leben (9., 32., 66. und 83. Jahr) berichtet.
Dabei ist das Rentenalter, also die Zeit zwischen dem 65. bis 75. Lebensjahr, eine biologisch besonders turbulente Zeit.
Dieses Jahrzehnt entscheidet über die Fitness, Mobilität, aktives Leben und psychische Verfasstheit der dann kommenden Jahre.

5. ) Mitte der 60er Jahre beenden die meisten Menschen ihr aktives Arbeitsleben. Dadurch entsteht die Gefahr eines Zusammenbruches ihrer Identität (als gebrauchtes Mitglied der Gesellschaft und über den Verlust von bisher alltäglichen Sozialkontakten). 2 Jahre nach Ruhestandsbeginn steigt die Gefahr einer Depressionsentwicklung. Denn die Menschen sind nicht mehr gefordert. Bei fehlender Aktivität und Herausforderung beginn der körperliche Abbau!
Die Organisation der Hirnnetzwerke erreicht in diesem Alter ihren Höhepunkt, was wahrscheinlich mit dem Alterungsprozess zusammenhängt. In der Folge nehmen die Verbindungen zwischen den Nervenzellen allmählich ab und die weiße Substanz beginnt zu degenerieren.
=> Suchen Sie sich auf jeden Fall Aufgaben und eine soziale Struktur, die Sie geistig fordern!
4.) Mit fehlenden Aufgaben geht häufig ein Nachlassen der körperlichen Bewegung einher; d. h. die Muskelmasse nimmt ab, u.a. steigt das Sturzrisiko.
Zudem entwickelt sich in diesem Alter eine anabole Resistenz, also ein Nachlassen beim Aufbau von körpereigenen Substanzen oder Geweben.
Das bedeutet, dass nach dem 70. Lebensjahr jährlich 1 bis 2 % der Muskelmasse verloren gehen.
=> Ältere Menschen benötigen ca. 50 % mehr Protein (Eier, Fleisch, Fisch, griechischer Joghurt) als Jüngere, um den gleichen Effekt beim Muskelaufbau erzielen zu können. Um Muskelmasse aufzubauen oder zumindest nicht zu verlieren, braucht es etwa 2 Std. Krafttraining 2 bis 3 Mal pro Woche.
3.) Ein riesiges Thema in diesem Alter sind die unterschätzten stillen Krankheiten, die nicht nur bei der Paradontose wirksam sind, wie ich beispielhaft im Artikel aus dem September 2022 berichtete. Denn mit den Abbauprozessen im Körper sind chronische niederschwellige Entzündungen verbunden, die den Alterungsprozess beschleunigen. Das Immunsystem ist dadurch anhaltend stimuliert, wird sozusagen „nach getaner Arbeit“ nicht, wie sonst, abgeschaltet.
(Messbar sind erhöhte Zytokine und Interleukin) Folge dieser Prozesse sind die in diesem Alter gehäuft sichtbar werdenden Herz-Kreislauferkrankungen, Abbau kognitiver Fähigkeiten, Krebs und Zeichen der Alterung.
=> Hilfreich sind entzündungshemmende Omega-3-Fettsäuren, Polyphenole und der Verzicht auf verarbeitete Lebensmittel, dafür mediterrane Kost, fetter Fisch, Lachs, Makrele, natives Olivenöl, Beeren, Blattgemüse, Walnüsse, Kurkuma plus aerobes Ausdauertraining (Spazierengehen, Nordic Walkining) und ausreichend guter Schlaf, um die lymphatischen Reinigungsprozesse im Gehirn stattfinden zu lassen, die das Ablagern von Schlacken verhindern und um die nächtlichen Regenerations- und Reperaturprozesse zu unterstützen.
2.) In allen unseren Zellen, insbesondere in Muskel- und Nervenzellen, finden sich Mitochondrien, die u.a. für unsere Energieproduktion zuständig sind.
Im Alter geht der mitochondriale Metabolismus zurück. Wenn aber Energie ineffizienter produziert wird, entstehen mehr toxische Nebenprodukte, insbesondere durch Aufnahme zusätzlicher Elektronen reaktive Sauerstoffspezien, also oxidativer Stress. Die Folgen sind vielfältig. Zu den typischen Warnzeichen gehören, Müdigkeit, Leistungsabfall und Erschöpfung, vorzeitiger Bildung grauer Haare und Alterung der Haut. Auch gesteigerte Infektanfälligkeit, chronische Infektionen, Bluthochdruck und eine verschlechterte Wundheilung machen sich bei oxidativem Stress bemerkbar. Er ist zudem maßgeblich am Alterungsprozess beteiligt, denn er beeinträchtigt die Regeneration und Entgiftung der Körperzellen.
=> Vorbeugend helfen intensives Intervalltraining, zeitlich begrenztes Essen, Mikronährstoffe wie Coenzym Q10, Magnesium, B-Vitamine, NMN und Kälteexpositin, z.B. 2 Min. kalt Duschen, denn das aktiviert den Mitochondrienaufbau.
1.) Zuguterletzt der zusammenfassende Faktor biologische Resilienz, also die Stresserholungsfähigkeit. War der Körper bisher meist gut in der Lage, sich nach Krankheiten alsbald zu regenerieren, so nehmen jenseits des 85. Lebensjahres die Reservekapazitäten des Organismus allmählich ab. d.h. kurzfristige Störungen können nun zu echten Dekompensationen führen, können Kipppunkte sein.
=> Empfohlen wird z.B. Yoga 2 bis 3 Mal pro Woche in einer Gruppe.
Quelle: Seniorengesundheit