Begriffs-entwirrungen

Schlange Kaa mit ihrem verwirrungstiftenden Blick; aus dem Film „Dschungelbuch“.
Bild: Anne Möller

Oft, so erlebe ich das in meiner Praxis, wissen die Menschen überhaupt nicht, was sie mit Begriffen wie Psychotherapie, Physiotherapie, Psychiater, Psychologe, Facharzt für Psychosomatische Medizin, Psychotherapeut HPG usw. anfangen sollen.
Daher mache ich mich hier mal an die Entwirrung und Aufklärung der Begriffe und ihre Ausbildungs-hintergründe.

Psychische Krankheiten sind etwas Alltägliches und Normales, genau wie körperliche Erkrankungen. Sie betreffen immer den ganzen Körper und sein Umfeld. Sie können jeden treffen, ob jung oder alt, männlich, weiblich wie divers, hier geboren oder zugezogen, ob familiär vorbelastet oder nicht.
Oft sind Symptome wichtige Warnsignale des Körpers, die Schlimmeres verhindern helfen können. Schmerzen z.B. machen auf eine Schädigung irgendwo im Körper aufmerksam, die man beachten sollte.
Zum Teil sind Symptome die Folgen von Konflikten, Traumatisierungen oder andere Verarbeitungsstörungen; seien es akute oder chronische Belastungen z.B. in Familie oder Beruf, Ängste, Depressionen, süchtige Abhängigkeiten, Folgeerkrankungen von schrecklichen Erlebnissen oder was auch immer.
Scheuen Sie sich nicht Ihre dahingehenden Wahrnehmungen frühzeitig mit ihrem Arzt, ihrer Ärztin oder gar einer Psychotherapeutin oder einem Psychotherapeuten anzusprechen!

Manche Menschen scheuen ein erstes Gespräch, weil sie grundsätzlich nicht gerne über Gefühle sprechen, schon gar nicht mit einem Fremden. Andere können sich nicht vorstellen, was in einer Psychotherapie passiert und ob Reden „etwas bringen“ kann. Wieder andere hätten gerne einfach Tabletten, die eine schnelle Reparatur bewirken sollten.
Unter >Wissen< finden sich unter dem Titel „Auch unser Gehirn ist ein Organ / Teil unseres Körpers“ noch mehr verständliche sowie wissenschaftlich überprüfte Informationen der Bundes-psychotherapeutenkammer, auf die Sie sich verlassen können.

Psychotherapie, Physiotherapie, Psychiater, Psychologe, Facharzt für Psychosomatische Medizin, Psychotherapeut HPG usw.; das „Wer, was, wie“ in der Psychotherapie. … Was bedeuten diese Begriffe?

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Starten wir mit Physiotherapie / Physiotherpeut-in

Das Wort stammt aus dem altgriechischen und setzt sich aus physis Natur, Körper + therapeia Dienen, Pflege, Heilung, Wiederherstellung von Funktionen zusammen.
Früher nannte man das Krankengymnastik, aber auch MassageReha-Sport und spezielle Trainingsformen oder die äußerliche Anwendung von Heilmitteln zählen hierher.
Dabei geht es vor allem darum, die Bewegungs- und Funktionsfähigkeit des menschlichen Körpers wieder herzustellen, zu verbessern oder zu erhalten.
Hierbei geht es also vor allem um den Körper.
In der Medizin wird der Begriff Soma für den Körper des Menschen benutzt.

Als Begriff für den alten Begriff Seele  wir für die geistigen Funktionen heute der Begriff Psyche benutzt.

Psychotherapie,

der Begriff ist ebenfalls aus dem Altgriechischen abgeleitet, von psyche „Seele“ + therapeia „Behandlung“,
Psychotherapie bezeichnet allgemein die „gezielte professionelle Behandlung psychischer Störungen oder psychisch bedingter körperlicher Störungen mit psychologischen Mitteln. Die dabei angewandten Verfahren, Methoden und Konzepte sind historisch durch verschiedene Psychotherapieschulen geprägt.
Für die Zulassung als Psychotherapeut gibt es verschiedene Voraussetzungen:

12 Semester Medizinstudium, incl. 3 Staatsexamen.
Mit gültiger Approbation weitere 5-6 Jahre Facharztausbildung als Assistenzarzt
+ berufsbegleitende psychotherapeutische Weiterbildung, neuerliche Prüfung

12 Semester zum Diplom in Psychologie oder
8 Semester zum Bachelor of Science (BSc) im Fach Psychologie
+ aufbauend einen Master (MSc) in Psychologie oder klinischer Psychologie und Psychotherapie
+ 3- und 5-jährige staatlich anerkannte Ausbildung in Psychologischer Psychotherapie oder in  Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie mit Prüfung

Ausbildung nicht geregelt,
lediglich amtsärztliche Prüfung nach dem Heilpraktikergesetz „HeilprG“,
wobei grundsätzlich gewusst werden muss, was ein Heilpraktiker nicht behandeln darf, wann zum Arzt geschickt werden muss.
Das beinhaltet natürlich auch fachliches Wissen, allerdings qualitativ ungewiss.

Wichtig zu merken: Körper und Psyche sind nichts getrenntes; nur in der Welt der Worte gibt es diese Unterscheidung.


Spezielle Facharzttitel sind:

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie,
Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie,
Fachärzte für Psychiatrie = Psychiater, während
Fachärzte für Nervenheilkunde oder Fachärzte für Neurologie und Psychiatrie auch Nervenärzte genannt werden


Psychologenberufe
in der Therapie:

Erwachsenen-
psychotherapeut
oder
Kinder- und Jugendlichen-Therapeut


Berufsbezeichnung
„Heilpraktiker für Psychotherapie“
bzw. „Praxis für Psychotherapie – nach dem Heilpraktikergesetz“ oder „Praxis für Psychotherapie“

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